| Die Förderung der Bauforschung,
genauer der historischen oder archäologischen Bauforschung
zählt zu den zentralen Anliegen der Koldewey-Gesellschaft.
Die Bauforschung versteht das Bauwerk selbst als Quelle seiner
Geschichte; ihre Methoden sind die Bauaufnahme, das Vermessen
und Zeichnen aller, auch unbedeutend erscheinender Einzelheiten,
und die Baubeschreibung auf der Grundlage genauer Beobachtung.
Der Begriff Bauforschung erscheint erstmals in einem 1924 publizierten
Aufsatz von Armin von Gerkan und hat sich seither für diese
besondere Methode der architekturgeschichtlichen Forschung eingebürgert.
Von Gerkan war es auch, der vor allem den Architekten als Bauforscher
sah: "Wer in seiner Ausbildung zum Architekten selbst Planen und
Bauen gelernt hat, beim Lesen eines Planes räumliche Vorstellungen
entwickelt und mit den Grundregeln der Statik und Baukonstruktion
vertraut ist, nur der kann auch die Architektur früherer
Zeiten in ihrer Ganzheit verstehen und nur ihm gelingt es, bauliche
Reste schlüssig zu deuten, zu einem Ganzen zu rekonstruieren
und zu vielfältigen Aussagen zu bewegen".
Die folgende Sammlung von Aufsätzen soll zum einen Geschichte
und Selbstverständnis der Bauforschung verdeutlichen, zum
anderen Einblick geben in das weite Feld ihrer Aufgaben.
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