Koldewey Gesellschaft

Stellungnahme der Koldewey-Gesellschaft angesichts aktueller Vorstöße für die Rekonstruktion kriegszerstörter Monumente im Nahen Osten

Auf ihrer 49. Tagung vom 4. bis zum 8. Mai 2016 in Innsbruck haben sich die Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft in einer Stellungnahme eindeutig gegen den Versuch gewendet, kriegszerstörte Kulturdenkmäler mittels 3D-Druckern zu reproduzieren. In den gegenwärtigen Diskussionen wird oftmals suggeriert, dass mit modernster Technik und ausreichender Dokumentation alles wiedererstehen könne, was irgendwann einmal von irgendwem zerstört worden sei. Bei den zerstörten Objekten handelt es sich aber um einzigartige, in Form und Konstruktion nicht reproduzierbare kulturelle Zeugnisse, deren Bedeutung nicht allein in ihrem Erscheinungsbild liegt: In ihre materielle Substanz ist menschliche Kommunikation, konstruktives Wissen und die Geschichte des Ortes eingeschrieben. Der Umgang mit den Verlusten bedarf deshalb einer nachhaltigen und umfassenden Diskussion, die von den betroffenen Gesellschaften ausgehen muss. Die Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft sehen ihre Aufgabe darin, die betroffenen Länder auf diesem schwierigen Weg zu unterstützen und zu begleiten.

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