Koldewey Gesellschaft

Tagung 2020

Sur le Grand Tour – Reisende Architekten als Protagonisten des europäischen Gedankens

51. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, 20. bis 24. Mai 2020 in Straßburg

Während Europa politisch und wirtschaftlich erst im späten 20. Jahrhundert zu einem weitgehend grenzenlosen Territorium zusammenwuchs, hatte schon Jahrhunderte zuvor ein wachsendes Interesse an den kulturellen Besonderheiten der jeweils anderen Länder oder Regionen einen regem grenzüberschreitenden Bildungsreiseverkehr ausgelöst. 

Die »Grand Tour« führte seit dem 16. Jahrhundert die Söhne des Europäischen Adels, später auch des gehobenen Bürgertums, vor allem in die Länder des Mittelmeerraums und des vorderen Orients. Reisende Architekten lieferten zentrale Beiträge zum besseren Verständnis der antiken Welt, erschlossen sich aber zunehmend auch die zeitgenössischen europäischen Architekturen und legten Grundlagen für eine zunehmend vereinheitlichte europäische (Bau-) Kultur.

Die Tagung nimmt schwerpunktmäßig das Werk von Architekten ab dem 17. Jahrhundert in den Blick, wobei auch Vorläufer, wie die wandernden Baumeister des Mittelalters, thematisiert werden. Die Bedeutung der Bildungsreise für die architektonische Praxis und die Rolle des Bauens für die kulturelle Identitätsbildung Europas sind bis in die unmittelbare Gegenwart evident.

 

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