Koldewey Gesellschaft

Aktuell

50. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung 

Die nächste Tagung der Koldewey-Gesellschaft findet vom 9. bis 13. Mai 2018 in Braunschweig statt. Weitere Informationen sowie den Call for Papers finden Sie hier.

 

Martin Bachmann, 19. Dezember 1964 – 3. August 2016 

Am Morgen des 3. August 2016 verstarb der Erste Vorsitzende der Koldewey-Gesellschaft Martin Bachmann völlig unerwartet an seinem Arbeitsplatz im Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul. 

Martin Bachmann liebte die Stadt am Bosporus, die ihm seit vielen Jahren zur zweiten Heimat geworden war. Seine besondere Beziehung zur Türkei, zu ihren Menschen und ihrer Sprache begann bereits 1990, als er das erste Mal bei der Deutschen Ausgrabung in Pergamon mitarbeitete, zunächst als Student, später als Grabungsarchitekt. Die historische Bauforschung war schon während seines Architekturstudiums an der Universität Karlsruhe zu seiner Leidenschaft geworden, dabei ließ er jedoch nie den gestaltenden, praktischen Bereich des Bauens außer Acht. Er hinterlässt daher nicht nur ein herausragendes wissenschaftliches Werk, sondern auch gestalterisch höchst anspruchsvolle Bau- und Restaurierungsprojekte vor allem in Pergamon, die er im Rahmen seiner Tätigkeit als Referent für Bauforschung der Abteilung Istanbul des Deutschen Archäologischen Instituts und später als deren Zweiter Direktor realisieren konnte. So hat Martin Bachmann in der Verbindung von Forschen, Restaurieren und Bauen in bester Weise die Tradition der historisch forschenden Architekten fortgeführt, die 1926 die Koldewey-Gesellschaft gründeten. 

Wir sind erschüttert über den Verlust unseres Ersten Vorsitzenden, über den Verlust eines hervorragenden Wissenschaftlers und Architekten und über den Verlust eines hochgeschätzten Kollegen, der für viele Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft zugleich ein wertvoller Freund war. Die Koldewey-Gesellschaft verliert mit Martin Bachmann einen Menschen, in dessen Person sich höchste wissenschaftliche Kompetenz mit diplomatischen Geschick, herzlichem Humor und großer Lebensfreude verbanden. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 

Unser besonderes Mitgefühl gilt der ganzen Familie Bachmann. 

Der Vorstand der Koldewey-Gesellschaft

(Eine ausführliche Würdigung folgt im Bericht über die 49. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung vom 4. bis 8. Mai 2016 in Innsbruck, der 2017 erscheint.) 

 

Stellungnahme der Koldewey-Gesellschaft angesichts aktueller Vorstöße für die Rekonstruktion kriegszerstörter Monumente im Nahen Osten

Auf ihrer 49. Tagung vom 4. bis zum 8. Mai 2016 in Innsbruck haben sich die Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft in einer Stellungnahme eindeutig gegen den Versuch gewendet, kriegszerstörte Kulturdenkmäler mittels 3D-Druckern zu reproduzieren. In den gegenwärtigen Diskussionen wird oftmals suggeriert, dass mit modernster Technik und ausreichender Dokumentation alles wiedererstehen könne, was irgendwann einmal von irgendwem zerstört worden sei. Bei den zerstörten Objekten handelt es sich aber um einzigartige, in Form und Konstruktion nicht reproduzierbare kulturelle Zeugnisse, deren Bedeutung nicht allein in ihrem Erscheinungsbild liegt: In ihre materielle Substanz ist menschliche Kommunikation, konstruktives Wissen und die Geschichte des Ortes eingeschrieben. Der Umgang mit den Verlusten bedarf deshalb einer nachhaltigen und umfassenden Diskussion, die von den betroffenen Gesellschaften ausgehen muss. Die Mitglieder der Koldewey-Gesellschaft sehen ihre Aufgabe darin, die betroffenen Länder auf diesem schwierigen Weg zu unterstützen und zu begleiten.